Das sagt die Wissenschaft

Ballaststoff resistentes Dextrin – was ist das?

Resistente Dextrine entstehen beim Abbau von Mais-, Kartoffel- oder Weizenstärke durch eine Behandlung mit Wärme und natürlichen Enzymen.

Die Stärke wird zunächst in kleinere Einheiten, die sogenannten Dextrine zerlegt, die in einem zweiten Schritt so miteinander verknüpft werden, dass menschliche Verdauungsenzyme diese nicht mehr angreifen können. Damit ist aus der Stärke ein resistentes (= unverdauliches) Dextrin entstanden. Resistente Dextrine sind Ballaststoffe mit wertvollen gesundheitlichen Eigenschaften. Sie werden zwar von menschlichen Verdauungsenzymen nicht angegriffen, wohl aber von Bakterien im Dickdarm (u.a. Spezies der Stämme Bifidobakterium, Lactobazillus), denen diese Ballaststoffe als Nährstoffe dienen.

Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren (vor allem Butyrat), die einen gesundheitsfördernden Effekt auf die Darmflora haben.
Damit besitzen resistente Dextrine die physiologischen Eigenschaften von Ballaststoffen.

Ballaststoffe sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Sie regen die Darmtätigkeit an, verhindern oder beseitigen Verstopfung, können vor Darmkrebs schützen, beugen hohen Blutfett- und Blutzuckerwerten vor und bieten Schutz vor gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Aufnahmemenge von mindestens 30 Gramm pro Tag. In der Realität wird diese Empfehlung bislang jedoch nicht umgesetzt. Nach der aktuellen nationalen Verzehrsstudie 2008 nehmen die Deutschen zurzeit durchschnittlich nur 70 Prozent der erforderlichen Ballaststoffmenge täglich auf.

Resistente Dextrine (RS 4) gehören zur Gruppe der resistenten Stärken (RS), die natürlicherweise vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Erbsen, Linsen und rohen Kartoffeln vorkommen.
Während andere Typen resistenter Stärke bei der Verarbeitung der Lebensmittel (z.B. durch Hitze) ihre Resistenz gegenüber den Verdauungsenzymen des Darms einbüßen, behalten resistente Dextrine ihre positiven Eigenschaften als Ballaststoff.

Resistente Dextrine sind weiß, geschmacksneutral und lassen sich in wenig Flüssigkeit sehr gut lösen. Im Gegensatz zu anderen Ballaststoffen dicken sie in der Flüssigkeit nicht nach. Das Trinken größerer Mengen nach der Aufnahme von resistenten Dextrinen ist ebenfalls nicht erforderlich.

Resistente Dextrine lassen sich problemlos in Brot, Kuchen und Plätzchen verbacken sowie in Soßen, Joghurt, Quark oder Obstspeisen einrühren.

Aufgrund der einfachen Anwendung sind resistente Dextrine besonders hilfreich bei der praktischen Umsetzung die tägliche Empfehlung von 30 Gramm Ballaststoff zuzuführen.